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12.6.2004: Main-Post
Gospel lässt Qual der Neger spüren
Nürnberger Chor begeisterte in der Retzstadter Kirche - Publikum einbezogen.

Von Ernst Schneider



Artikel in der Main-Post (Klicken für große Ansicht)
RETZSTADT   Ein Glücksgriff gelang dem Retzstädter Kíndergartenträger Elisabethenverein mit der Verpflichtung des Nürnberger Gospelchores. Bereits mit dem singenden und swingenden Einzug der Akteure zogen sie die Gäste in der vollbesetzten Pfarrkirche in Ihren Bann.

Sie führten kurz in die Geschichte des Gospelgesanges ein. Diese Kirchenmusik stammt von den einstigen Negersklaven und ist heute noch die Musik der schwarzen Bevölkerung Nordamerikas in ihren Gottesdiensten. Die Gesänge entwickeln sich aus dem Dialog zwischen Pfarrer und Gemeinde. Die swingende Leichtigkeit animiert einerseíts zum Händeklatschen, spiegelt aber andererseits auch das drangvolle, mûhselige Daseín der Negersklaven wieder.

Der Nürnberger Gospelchor verstand es hervorragend, diese schwarze Musik den Konzertbesuchern zu vermitteln. Beeindruckend war die Dynamik, die die Sängerinnen und Sänger bei ihren Darbietungen gen zeigten. Vom einfühlsamen Pianissimo bis hin zumden ganzen Kirchenraum füllenden Fortissimo setzten sie die Vorgaben ihres Chorleiters Gerhard Albrecht um.

Der Chor und seine begleitende Band mit Gitarre, Bass. Keyboard, Trompete und Perkussion sparten nícht mít Komplimenten an die Gâste. Sie bezogen das Publikum mit eín. Eine Steigerung - fast kaum noch möglich - geschah nach der Pause beim Stück "We sing glory", das von der Geschichte eines Sklaven erzählt, der seine Frau im Sklavenhandel verloren hat und sie wíeder findet, als er selbst weiterverkauft wird. Der Chor ließ die Inbrunst spüren. mit der der Sklave Gott lobt und dankt.

Chorleiter Gerhard Albrecht trat auch als Solist auf und vollbrachte mit Chor und Band im anspruchsvollen Zwei-Stunden-Programm Höchstleistungen. Als dann zum Finale und als Zugabe die Klassiker "When the Saints go marchin' in" und "Oh Happy Day" den Kirchenraum erfüllten, waren sich alle Besucher einig, einen wundervollen Abend erlebt zu haben. Ungewöhnlich wie der Chor und sein Einzug war auch sein Abgang: Singend bíldeten sie ein Spalier, durch das die Besucher die Kirche verließen.

 

16.4.2004: Chronik der Pfarrei Pfarrkirchen
Großartiger Erfolg des Gospel-Konzertes


Auf Initiative des Herrn Michael Falkenberg gastierte am 16. April der Nürnberger Gospelchor an der evang.-lutherischen Passionskirche unter Leitung von Herrn G. Albrecht in unserer Pfarrkirche. 200 Besucherinnen und Besucher erfreuten sich am von den 30 Sängerinnen und Sängern und Begleitband mit Begeisterung und Können dargebotenen Programm.

Das Konzert begann schon auf besondere Weise mit einem Einzug des Chores durch die ganze Kirche bis zum Altarraum. In ihren roten und blauen Roben bot er vor dem schönen barocken Hintergrund ein prächtiges Bild. Die Sänger sangen nicht nur, sie waren vom Inhalt der Lieder selber ergriffen und trugen die Lieder wiegend und klatschend mit Begeisterung und immer dem Inhalt angepasst vor. Moderne und traditionelle Klangbilder, stimmliche Variationen, perfekter Rhythmus und ausgefeiltes sängerisches Können waren selbstverständlich.

Der Chor sang alle Lieder auswendig und konnte sie so zum Erlebnis werden lassen. Die Freude der Sänger griff etliche Male auf das als eher zurückhaltend geltende Mühlviertler Publikum über. Chorleiter Albrecht verstand es, seine Begeisterung auf den Chor und die Zuhörer zu übertragen. Er singt nicht nur Gospels, "er lebt sie", wie jemand formuliert hat.

Die erklärenden und auch meditativen Zwischentexte wurden nicht nur vorgetragen, sondern von der begleitenden Band untermalt. So konnten auch die nicht englisch sprechenden Zuhörer den Inhalt der Lieder verstehen und erleben. Diese erzählen von der Trauer und Angst der Schwarzen Amerikas, aber noch mehr von ihrer Hoffnung und der Freude des Evangeliums (des Gospels).

Wie die Sängerinnen und Sänger anfangs die Besucher in ihren Kreis einbezogen hatten, so ließen sie die Leute nicht einfach laufen, sondern begleiteten sie wieder singend und tanzend durch die Kirche zum Ausgang.

Wir verdanken dem Nürnberger Gospelchor ein tiefes Erlebnis und einen wunderschönen Abend.

Programm:

There's A Meeting Here Tonight - In The Beginning - Why We Sing - Lay Down - Amen - Having You There - Jesus Is The Light - Caribbean Medley - Won't It Be Grand - We Sing Glory - Stay On Jesus - Potters House - Don't Wait 'til The Battle Is Over - I'm Gonna Wait For The Lord - Oh When The Saints - I'll Never Say No.